ULRICH BUCHTERKIRCH

OBSTBAU UND APFELZÜCHTUNG

Ulrich Buchterkirch
Stellenfleth 2
21732 Krummendeich


seit 2001


Hauptprodukt/Dienstleistung
Äpfel

„Es gab keine neuen Sorten mehr, schon gar nicht für unser spezielles Seeklima.“

Wenn Ulrich Buchterkirch in einen Apfel beißt, muss der süßlich, knackig und saftig sein. Die „Deichperle“ ist so eine Sorte. Mit ihrer kräftigen Rotfärbung fällt sie sofort ins Auge. Bis die Deichperle aber „ready to eat“ ist, dauert es mehrere Jahre. Und da kommt Buchterkirch ins Spiel. Der 42-Jährige gehört zur Züchtungsinitiative Niederelbe (ZIN).

Vor 20 Jahren schloss er sich mit anderen Altländer Obstbauern, Vermarktern und freien Händlern zusammen. Der Grund: „Es gab keine neuen Sorten mehr, schon gar nicht für unser spezielles Seeklima. Und für die anderen Züchtungen sollten wir Lizenzgebühr zahlen.“

Das änderte die ZIN. Wissenschaftlich begleitet von der Hochschule Osnabrück starteten die Obstbauern mit ihrem Kreuzungsplan: „Wir gehen jedes Jahr mit rund 2500 Sämlingen an den Start. Hauptsächlich werden gängige Sorten gekreuzt. Hinzu kommen sogenannte Clubsorten. Das sind zum Teil auch alte Sorten wie der „Finkenwerder Herbstprinz“ und schorfresistente Sorten.

In der ersten Stufe wird pro Sorte ein Jungbaum gepflanzt. „Manche sind ganz hübsch und entwickeln sich gut“, sagt Buchterkirch. Es geht aber nicht nur um Äußerlichkeiten wie Größe oder Farbe, sondern um innere Werte: Dann folgt die Selektion – nur zehn Prozent kommen in die zweite Runde. Und in Stufe drei geht es mit je 100 Bäumen auf die Praxisbetriebe. Dazu gehört auch Buchterkirch. Auf seinem Betrieb in Krummendeich beobachtet er genau, wie sich die Früchte entwickeln. Dabei hilft ihm ein kleiner Chip, der sich in einer Art Nagel befindet. Jeder Baum erhält dadurch eine eindeutige Kennzeichnung. Daten wie Zucker, Säure, Stilfestigkeit, Geschmack und Aussehen dienen der Selektion.

Was passiert mit einem Apfel, der weniger schön aussieht, aber viel Ertrag bringt? „Der eignet sich dann vielleicht für die Verarbeitung.“ Nach etwa vier Jahren erfolgt die Veredelung der selektierten Sorte. Eine belgische Baumschule produziert die Jungbäume. Alleine von der Deichperle wurden bereits 90.000 Stück gepflanzt.

Mehr als 2,5 Millionen Euro haben die Züchter bereits investiert, um die Zukunft des Obstanbaus im Alten Land zu sichern. Die neueste Kreation heißt „Sommerleuchten“ – eine Kreuzung aus Pinova und Discovery. Die frühe Sorte ist schön saftig. So wie es Ulrich Buchterkirch am liebsten mag.

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