LINUS REINERMANN

STEUERMANN

Linus Reinermann
Fürstennau/Osnabrück


seit 2018


Hauptprodukt/Dienstleistung
Aktivrollstuhl

„Linus gibt immer alles
und arbeitet leidenschaftlich
gern mit den Maschinen.“

Es geht zwei Meter in die Höhe. Dorthin, wo Linus Reinermann am liebsten ist.

Mit Armen, in denen nichts drin ist, komme ich nicht über den Acker“, sagt Linus Reinermann. Der 19-Jährige aus Fürstenau ist seit einem Unfall auf dem Weg zu seiner Ausbildungsstelle vor drei Jahren querschnittsgelähmt und kann seine Beine nicht mehr bewegen.

Dass er so selbstständig und unabhängig, wie es nur geht, arbeiten kann, sei ihm von Anfang an wichtig gewesen. Und so fährt er auch holprige Wege mit seinem Aktivrollstuhl zum Schlepper. Dort geht es zwei Meter in die Höhe. Genau dorthin, wo Linus Reinermann am liebsten ist: hinterm Steuer. Für die starken Arme, die ihn im Rollstuhl über den Acker bringen, macht er Kraftsport.

„Das ist schon eine stattliche Höhe“, erzählt er. Mittlerweile ist das für ihn aber kein Problem mehr. Auch das Fahren mit der Maschine, „das schockt schon“. Bremsen und Gasgeben macht er über einen Joystick mit der rechten Hand. Damit er nach seinem Unfall für seine Ausbildung beim Lohnunternehmen Dettmer Agrar-Service wieder aufs Feld konnte, hatte sein damaliger Chef eine Idee: Gerd Dettmer ließ den Trecker umbauen, finanziert von der Berufsgenossenschaft.

Drei Monate dauerte die rollstuhlgerechte Anpassung des Traktors. „Lange Monate für Linus, der hätte sich das schneller gewünscht“, erinnert sich Gerd Dettmer. „Linus gibt immer alles und arbeitet leidenschaftlich gern mit den Maschinen.“ Für den 19-Jährigen war das Warten nicht leicht. Er ist ein aktiver Mensch, spielte Fußball, heute Rollstuhlbasketball.

Ausbilder Gerd Dettmer war es wichtig, dass Linus Reinermann Teil des Teams bleibt, alle gehen ihm zur Hand, genauso wie der Azubi sie so gut wie möglich unterstützt. Ein normaler Umgang unter Kollegen eben. Dafür ist der 19-Jährige dankbar.

Die Ausbildung hat er bestanden und macht nun die einjährige Fachschule. Was danach kommt? Zum Beispiel die zweijährige Fachschule. Vielleicht arbeitet er später beim Maschinenring, berät Lohnunternehmen und Landwirte. „Was ich machen kann, mache ich gerne.“ In den Ferien geht es aber erst einmal auf den Betrieb der Dettmers. Rauf auf den Trecker, rein in die Maisernte. Hauptsache, es wird ihm nicht langweilig.

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