LINDA ARMBRECHT

WEIDERIND

Linda Armbrecht
Mandelbeck 2
37154 Northeim


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Hauptprodukt/Dienstleistung
Weiderindfleisch, Direktvermarktung

„Lieber weniger, dafür mit dem Wissen, dass sie tiergerecht gehalten wurden.“

Das Rind wird erst geschlachtet, wenn das ganze Tier verkauft ist.

Linda Armbrecht hat sich ihren Traum erfüllt. Mit Rindern, die das ganze Jahr auf der Weide grasen, frische Luft atmen, „und bis zum Kugelschuss ein gutes Leben gehabt haben“, wie sie sagt. Dass sie auf der Weide in Mandelbeck bei Northeim steht und ihr Fleisch direkt an die Kundschaft in der Region verkauft, verdankt sie auch ihrem Mut.

Nach ihrem BWL-Studium und einer Anstellung beim Maschinenring begann sie einen Master in Agrarwissenschaften. Für ihren Doktor untersuchte sie vor vier Jahren 60 Milchviehbetriebe auf Haltung und Tierwohl. In dieser Zeit erwarb sie mit ihrem Mann einen Resthof und erste Rinder.

„Ich hatte Respekt davor, ob ich das alles schaffe.“ Trotz Studium, Praktika und Erfahrung durch ihre Promotion schien ihr die Verantwortung manchmal zu groß. „Viele haben damit gerechnet, dass ich hinschmeiße“, erinnert sie sich. Dann erzählt sie, wie sie sich einen Coach gesucht hat, um Fragen für sich zu klären. Als die Zweifel verschwanden, wurde wieder klar: „Ich will das, ich mache das!“

Nun hält Linda Armbrecht bis zu 40 Aubrac- und Highland-Rinder und Kühe. Getötet werden die Bullen auf der Weide, ohne Stress beim Transport und im Schlachthof. Das hätte sie einmal erlebt. Die Kuh, erzählt sie, kam nie zurecht mit anderen Tieren. Im Schlachthof sei das Tier still geworden. „Die Wesensveränderung war furchtbar mit anzusehen.” Die Züchterin fragte sich, ob sie die Schlachtung lasse oder es anders, stressfreier fürs Tier machen will. Sie entschied sich für den Weideschuss, mit Bruststich.

Ob ihr solche Momente schwerfallen? „Ist das Tier geschossen, ist es ein Lebensmittel. Dann muss es schnell gehen“, sagt sie. Doch einfach sei es nicht: „Nächte davor schlafe ich schlecht.“

Aber wenn die Menschen nicht bei ihr kaufen würden, dann woanders, beim Discounter aus anonymer Herkunft. Solches Fleisch will sie nicht mehr essen – und viele überzeugen, es auch nicht zu tun. „Lieber weniger, dafür mit dem Wissen, dass sie tiergerecht gehalten wurden.“

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