HOF HARTMANN

BIODIVERSITÄT

Hof Hartmann
Lüneburger Str. 21
21335 Lüneburg


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seit 19 Generationen


Hauptprodukt/Dienstleistung
Hühner, Getreide, Raps, Zuckerrüben & Kartoffeln

„Biodiversität muss Spaß machen!“

Frage stellen, ausprobieren
und voneinander lernen.

Jochen Hartmanns neues Projekt ist etwa 80 Zentimeter hoch, hunderte Meter lang und blüht in gelb, orange und blau. Es sind Insektenwälle, die in Großbritannien als „Beetle Banks“ erfunden wurden. Die Idee dahinter: Die Wälle werden zwischen den Feldfrüchten angelegt. Käfer und andere Kleinstlebewesen, die in den Beetle Banks nisten, wandern aus dem Biotop aufs Feld und sorgen dort für biologische Schädlingsbekämpfung. Jochen Hartmann ist begeistert: „Eine super Idee. Damit kann man auch Bodenerosion verhindern.“

Der Landwirt aus Rettmer nimmt an F.R.A.N.Z teil. Der Name bedeutet „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft und Naturschutz mit Zukunft“. Das Projekt ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Feldversuch mit wissenschaftlicher Begleitung und Ausgleichszahlungen. Von seinen 180 Hektar überlässt Jochen Hartmann ein Zehntel dem Experiment.

Die Familie wirtschaftet seit 19 Generationen bei Lüneburg. Sie kultivieren Getreide, Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln. Hilke Hartmann kümmert sich viel um die Hühner, die vom Mobilstall durch die schattigen Baumreihen laufen können. Auch das ein Experiment, wie der 40-Jährige erklärt: Die Bäume erhöhen die Fruchtbarkeit im Boden, fangen den Wind ab und sorgen für Feuchtigkeit. Der Hühnerwald hat nichts mit F.R.A.N.Z zu tun, ist aber typisch für die Einstellung der Hartmanns: Fragen stellen, ausprobieren und voneinander lernen.

Das F.R.A.N.Z-Projekt ist auf zehn Jahre angelegt. Jetzt ist Halbzeit, Jochen Hartmann zieht eine erste Bilanz: „Biodiversität muss man als Landwirt genauso wollen, wie einen tollen Weizen. Es ist kleinteilig und zuerst viel Arbeit. Aber wenn ich dann sehe, dass der Marienkäfer die Schädlinge der Zuckerrübe in Schach hält oder wir hier nun viel mehr Rebhühner haben als vorher, dann bin ich stolz, dass ich das geschafft habe.“

F.R.A.N.Z fördert aber auch das Verständnis zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. „Vertrauen ist die Basis für uns. Ich finde es gut, dass wir wissenschaftlich unterstützt und beraten werden. Jede Frage, die ich habe, wird beantwortet.“ Über den „Niedersächsischen Weg“ freut sich Jochen Hartmann: „Hut ab für diese Kooperation. Es geht aber nur über die Motivation. Biodiversität muss Spaß machen!“

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