FAMILIE SCHIERHOLZ

SCHIERHOLZER WIESENEI

Hof Schierholz GbR
Schierholz 3a
49406 Eydelstedt


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seit 2012


Hauptprodukt/Dienstleistung
Mobile Hühnerhaltung

„Wir wollen uns
selber fit machen für
den Klimawandel.“

Wer zum Hof Schierholz fährt, dem fallen sicher die Hühnerställe ins Auge. Drei Stück sind es, Platz für bis zu 4.500 Hühner. Das Besondere: Sie können auf Kufen bewegt werden, wenn die Tiere die Auslauffläche abgenutzt haben. Das Weiterziehen geschieht alle sechs Wochen, wie Friederike Schierholz erklärt. Ja, Schierholz. Wie der Hof und auch das kleine Dorf zwischen Diepholz und Sulingen.

Gut zehn Jahre zuvor: 120 Hektar Ackerfläche, 250 Mastschweine – „kleine, eher dunkle Ställe mit Vollspalten, mit Teilspalten, keine zukunftsfähige Haltungsform“, erzählt die Landwirtin, die an einer Berufsschule auch ihre künftigen Kolleginnen und Kollegen ausbildet. Aber wie konnte mit dem knapp 500 Jahre alten elterlichen Hof der Schritt nach vorn gelingen?

Freilaufende Hühner
im frischen, hohen Gras

Alexander Schierholz-Prilop
holt die Eier aus dem Mobilstall.

2012 wurde vom Vater die Schweinehaltung aufgegeben. Fläche zu verpachten, wäre möglich gewesen. Doch dann kam ihr Mann, Alexander Schierholz-Prilop, auf die Idee, die Eierproduktion im Mobilstall zu versuchen. Nun ist ihr „Wiesenei“ aus Freilandhaltung bekannt in der Region, nicht nur im Hofladen, sondern auch in Supermärkten.

Damit sich die Tiere wohlfühlen, wurden tausende Pappeln gepflanzt. Bäume in landwirtschaftliche Fläche zu bringen, Agroforst genannt, schützt den Boden vor Erosion. Deshalb pflanzte die Familie auch auf Ackerland Windschutzstreifen. Ein Umdenken sei nötig bei dem sandigen Standort.

„Uns fliegt der Boden um die Ohren, das ist alles andere als nachhaltig.“ Aber das wollen sie sein: durch regenerative Landwirtschaft, ohne Bodenbearbeitung. Kein Grubber und Pflug, dafür Direktsaat, Humusaufbau. Mit Blick auf Hitzeperioden sagt sie: „Wir wollen uns fit machen für den Klimawandel.“

Und dazu gehört für die beiden, dass der Boden bedeckt ist und eine lebende Wurzel drinsteckt, Vielfalt durch artenreiche Zwischenfrüchte und bald Tiere auf der Fläche. Ihr Grasen und Trampeln stresst die Pflanze, die dann wichtige Stoffe abgibt. Und dass es bei Direktsaat mal nicht so ordentlich auf dem Acker aussieht, das ist dann so. „Vielleicht müssen wir das Schönheitsideal eines bestellten Ackers überdenken.“

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