FAMILIE KRUSE

WASSERSPEICHER

Obstbaubetrieb Kruse
Dösemoor 27
21734 Oederquart


Hauptprodukt/Dienstleistung
Äpfel aus der Region

„Die Fülle im Supermarkt ist wahnsinnig.“

Die Zeit, in der sich die Obstbauern nördlich von Stade Wasser zum Beregnen ihrer Bäume aus der Elbe pumpten, ist vorbei. Das Wasser ist zu salzig geworden. „Der Grund ist die Elbvertiefung“, sagt Apfelbauer Christoph Kruse. Eine Folge der Baggerarbeiten sei, dass der Fluss es nicht mehr schaffe, das Nordseewasser zu verdrängen.

Mit Vater Kai, der ihm den Betrieb in Oederquart übergeben hat, fand er eine Lösung: Ein Becken zur Süßwasser-Speicherung mit einem Hektar Wasserfläche. Es füllt sich durch Regen, über das Wasser, das versickert und über eine Drainage hineingepumpt wird. Auch das Beregnungswasser gelangt so ins Becken, das 42.000 Kubikmeter fasst. Finanziert wurde der Bau teils durch Eigenleistung, teils durch eine Förderung der Stadt Hamburg.

Für mehr regionale Auswahl bringt
Familie Kruse ihre Sorten in die Supermärkte.

Die Bäume müssen bei Frost beregnet werden, damit die empfindlichen Blüten nicht leiden und die Äpfel keinen Schaden nehmen. Das gefrorene Wasser schützt die Blüten wie ein Mantel aus Eis.

Neben dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist die Beregnung wichtig, um gewünschte Erträge zu erzielen, sagt Christoph Kruse. Das Ziel: 2.300 bis 2.400 Tonnen Äpfel auf 54 Hektar. Per Hand geerntet, bequem auf Erntebühnen mit Sonnendach. Mit Leitern geht dort niemand mehr in die Bäume.

Im Angebot haben sie zehn Sorten: wie Elstar, Boskoop, aber auch Fräulein und Kanzi, zwei Sorten der Erzeugerorganisation Elbe-Obst, die die Äpfel vertreibt. Sorten anzubieten, die in Zukunft den Geschmack treffen, bleibe die Herausforderung. Christoph Kruse beißt gerne in den leicht säuerlichen Kanzi, „der hat Widerstand und eine nicht zu dicke Schale“.

Die Fülle im Supermarkt sei „wahnsinnig“. Doch sei es wichtig, regionale Sorten dort anbieten zu können – auch als Alternative zum Pink Lady, der im Ausland mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werde, das in Deutschland nicht zugelassen sei.

Die Ware dort könne unter Umständen günstiger produziert werden, weil diese hier verbotenen Mittel dort sehr gut funktionierten und vielleicht auch günstiger seien. „Wettbewerbsverzerrung“, sagt der Obstbauer, der dennoch gerne weitermacht – aus Überzeugung.

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