CHRISTINE BREMER

ROBUSTPUTE

Christine Bremer
Kölau 5
29562 Suhlendorf


Hauptprodukt/Dienstleistung
Fleisch

„Die Puten müssen auf die Höfe zurück.“

Eine Cröllwitzer Henne führt
Jungtiere durchs Grün in Kölau.

Für die Putenaufzucht bin ich eine Expertin, aber du kannst es besser“, sagte Christine Bremer einmal in Richtung ihrer kollernd trutenden Tiere. Wer gemeint war? Eine Pute, die sich auf ihrem Hof in Kölau bei Suhlendorf um den Nachwuchs kümmert. Dass einige ihrer Kreuzungsküken dort von einer solchen Amme und nicht von Menschenhand aufgezogen werden, ist Teil eines Projekts. Sie nimmt an den Europäischen Innovationspartnerschaften, kurz EIP, teil – unterstützt von Biologen und Tierärzten.

Dabei werden robustere Puten gezüchtet, die für eine extensive Landwirtschaft, Freilandhaltung und Direktvermarktung gemacht sind. Ver- paart werden dafür Hybridputen mit Hähnen alter Rassen. Damit sollen die Mastleistung der Hennen und die Robustheit des Hahnes kombiniert werden. „Im besten Falle entsteht dabei ein genügsames, gesundes und vitales Tier“, erklärt Christine Bremer. Es soll einen mindestens 25-prozentigen Brustfleischanteil haben und so für den Landwirt gut zu verkaufen sein. Ziel ist es auch, alle Teile des Tieres zu vermarkten nicht nur das teure Filet.

„Es ist wichtig, dass die Puten zurück auf die kleinen Betriebe kommen und dort ohne aufwendiges Gesundheitsmanagement wie in der großen Mast wachsen können“, sagt Christine Bremer. Wie anfällig die Putenhaltung im großen Stil ist, wenn auf Antibiotika verzichtet und auf Bio-Futter gesetzt wird, und wie viel Fachwissen und Einsatz gebraucht wird, weiß die Züchterin. Mit ihrer Arbeit will sie das ändern. „Die Puten müssen auf die Höfe zurück“, sagt sie und blickt auf einen Wendepunkt zurück. 5.000 Puten hatte sie damals pro Jahr gemästet. Zu viele, erinnert sie sich.

Neben den Robustputen werden auf ihrem Hof auch immer Elterntierherden zur Bruteiererzeugung von Zweinutzungshühnern gehalten – also Hühnern für die Eier- und Fleischerzeugung.

Durch ihre Arbeit kommt Christine Bremer ihrem Ziel jeden Tag näher. Sie will die Sichtbarkeit der Puten auf den kleinen Höfen erhöhen, damit rückten sie auch wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen. Das ist wichtig für Christine Bremer, denn: „Gerade haben diese Tiere keine Lobby.“

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