BENITO WEISE

KUHBRILLE

Virtual reality / Maria Weber
Zur Bleeke 6
21379 Echem


Hauptprodukt/Dienstleistung
Landw. Bildungszentrum Echem, Kuhbrille

„Die Brille liefert einen unglaublichen Aha-Effekt.“

Martina Weber und Benito Weise entwickeln neue Ideen für die Aus- und Fortbildung.

Wer verinnerlicht hat, wie Kühe sehen und hören, kann sein Verhalten im Stall oder auf der Weide daran anpassen und dabei sich und den Tieren viel Stress ersparen“, erklärt Benito Weise. Zwar sind schon viele Details – etwa zu den Sehleistungen und zum Gehör der Tiere – bekannt, doch gab es bislang keine Möglichkeit, dies erlebbar und einprägsam nachzuvollziehen.

Benito Weise vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem hat mit seiner Virtual Reality-Brille eine solche Möglichkeit geschaffen. In Echtzeit kann mit eigenen Sinnen erkundet werden, wie Kühe ihre Umwelt wahrnehmen: „Die Ansicht ist gewöhnungsbedürftig. Man hat zwar fast einen Rundumblick, doch vieles bleibt unscharf, Farben verwaschen, Helligkeitswechsel brauchen Zeit.“ Der Perspektivwechsel sei sehr wirkungsvoll. Daraus ließen sich Handlungsempfehlungen ableiten und die Empathie für die Kühe fördern.

Unterstützt wurde Benito Weise, der am LBZ die überbetriebliche Ausbildung koordiniert, von Martina Weber, der Geschäftsführerin des Bildungszentrums. „Die Brille liefert einen unglaublichen Aha-Effekt“, sagt sie. „Diese Wirkung erreichen wir bei Lehrgangsteilnehmern jeden Alters, auch in der Weiterbildung, wie etwa zur Klauenpflege“. Mittlerweile wird die Technik in der Aus- und Weiterbildung genutzt, aber auch bei Landwirten, in Tierarztpraxen und in der Forschung. Kein Wunder, dass die Entwicklung vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz den „Digitalisierungspreis Agrar und Ernährung” erhielt.

Nun gehen Benito Weise und seine Kolleginnen und Kollegen einen Schritt weiter. Sie wollen auch die Akustik, also wie Tiere hören, erlebbar machen. Die Entwickler forschen dabei in einem Frequenzbereich, der – vereinfacht gesagt – für die Menschen nicht wahrnehmbar ist.

„Wir wissen, dass Rinder im Ultraschallbereich sehr gut hören“, erklärt Benito Weise. „Die Frage ist: Inwieweit verursachen etwa Motoren, Hydraulik, Pneumatik oder auch Wechselrichter von Photovoltaik-Anlagen tatsächlich Stress bei den Tieren?“ Das soll untersucht werden. Erst dann wollen sie Empfehlungen an die Branche formulieren. Und die könnten „revolutionäre Erkenntnisse bringen“, meint Martina Weber. Gerade mit Blick auf Tierwohl und Stalltechnik.

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