AXEL BROCKMANN

LANDGESTÜT CELLE

Niedersächsisches Landgestüt Celle
Spörckenstraße 10
29221 Celle


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seit 1735


Hauptprodukt/Dienstleistung
Spermien hochqualifizierter Hengste

„Bei weit weniger als
einem Prozent findet noch
ein Natursprung statt.“

Ein Deckhengst bei der Arbeit. Das Sperma wird eingefroren.

Wie viele der winzigen Spermien sind beweglich und für eine erfolgreiche Befruchtung brauchbar? Der Blick ins Mikroskop zeigt, wie gut die Qualität des gerade gewonnenen Hengstspermas ist. Diese Bewertung und die anschließende Aufbereitung der Spermien sind unerlässlich für die erfolgreiche Pferdezucht am Landgestüt Celle. Dort trifft Tradition auf hochmoderne Reproduktionstechnik.

Seit 286 Jahren wird sich an der Spörckenstraße um die Landeszucht gekümmert. Zur Zeit auf 27 Besamungs- beziehungsweise Servicestationen im Land, an der Hengstleistungsprüfungsanstalt in Adelheidsdorf und dem Hengstaufzuchtgestüt Hunnesrück.

Gerade gibt es 80 Deckhengste auf den Stationen. Befruchtet wird fast ausschließlich künstlich: „Bei weit weniger als einem Prozent findet noch ein Natursprung statt“, erklärt Axel Brockmann, der seit 14 Jahren das Landgestüt leitet. Ist das Sperma gewonnen, wird es für die direkte Befruchtung vorbereitet oder eingefroren. Das Verfahren zur Haltbarmachung wird seit 1973 eingesetzt und mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover optimiert. Weit über 100 Doktorarbeiten wurden in den letzten Jahrzehnten gefertigt und zwei Gestütstierärzte habilitiert.

Die Gewinnung, Aufbereitung und der Verkauf des Spermas hochqualifizierter Hengste sind der eine Teil, der andere ist die Befruchtung der Stuten. Soll ein Tier weiter für den Sport zur Verfügung stehen oder gibt es Gesundheitsprobleme, die das Austragen nicht möglich machen, wird seit dem Jahr 2000 der Embryotransfer genutzt. Dafür wird die Stute befruchtet, der Embryo in einem sehr frühen Stadium entnommen und einer anderen Stute eingesetzt. Seit 2021 wird zudem die ICSI-Methode zur künstlichen Befruchtung angewandt. Sie ermöglicht die Anzucht mehrerer Eizellen, die entnommen und eingefroren werden. Die Befruchtung erfolgt dann später.

„Uns ist es wichtig, die Zucht weiterzuentwickeln“, sagt Axel Brockmann. Dazu gehöre aber auch, das Wissen aus bald drei Jahrhunderten weiterzugeben.

Denn neben der Reproduktion geht es auch um die Liebe zu den Tieren und ihre Ausbildung. Und die zeigt das Landgestüt bei der traditionellen Hengstparade, aber auch in Adelheidsdorf, um noch mehr Besuchern die Möglichkeit zu geben, die Gestüt-Arbeit kennenzulernen.

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